von Markus Zimmermann (Kommentare: 0)

Gute Vorsätze umsetzen

Im letzten Monat haben wir über gute Vorsätze, also Ziele berichtet und wie man solche sinnvollerweise definiert. In diesem Beitrag geht es darum, wie Sie Ihre Ziele auch in die Tat umsetzen können.

Sich etwas vorzunehmen, ist meist recht einfach. Es wirklich umzusetzen hingegen ist gerade für kleine und mittelständische Unternehmer eine wirkliche Herausforderung. Unternehmer haben in ihrem Beruf in aller Regel keine direkte Kontrollinstanz. Wenn der Angestellte etwas vor sich her schiebt, bekommt er recht schnell ein Problem mit seinem Chef. Der Unternehmer selbst bekommt dieses Problem nicht – zumindest nicht unmittelbar.

Es sind häufig die wichtigen Dinge, die für die dringenden Dinge auf der Strecke bleiben. Die dringenden Dinge haben im Gegensatz zu den wichtigen Dingen nämlich fast immer eine externe Kontrolle – meist durch den Kunden. Macht ein Unternehmen ein Angebot nicht innerhalb einer angemessenen Frist, wird es mit dem Auftrag nichts werden. Außerdem wird der potentielle Kunde kein gutes Wort über die Firma verlieren. Angebote sind also dringend.

Macht sich ein Unternehmen keine Gedanken über strategische Fragen, passiert zunächst – rein gar nichts. Wer und wo sind unsere Kunden und welche Leistungen müssen wir heute und in Zukunft anbieten, um Kundennutzen zu stiften? Dies sind Themen die unbedingt in einem Marketingkonzept niedergeschrieben werden müssten. Andernfalls wird das betreffende Unternehmen seine Kunden auf Dauer verlieren. Das Marketingkonzept ist also wichtig, aber nicht dringend.

Was wie banales Berater-Bla-Bla klingen mag, führt zur wahrscheinlich wichtigsten Aufgabe eines Unternehmers. Die Aufgabe besteht darin, wichtige Dinge über dringende Dinge zu stellen. Spätestens wenn ein Unternehmen wächst, gibt es zwei Möglichkeiten. Der Unternehmer wächst mit und wird Erfolg haben – oder sein Unternehmen wächst ihm über den Kopf und er scheitert. An seinem Unternehmen zu wachsen, setzt die Fähigkeit voraus Ziele umzusetzen.

Zuerst die schlechte Nachricht in einem Bild: Ein Unternehmer der zwar weiß, dass rauchen, trinken, fett essen und wenig Sport schädlich sind, aber weiterhin raucht, trinkt, sich von Leberkässemmeln ernährt und Sport für Selbstmord hält, ein solcher Unternehmer wird nie nachhaltig Erfolg haben. Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Die Fähigkeit Ziele umzusetzen, lässt sich lernen.

Ziele

Ziele

Wer mit der Umsetzung seiner Ziele anfängt, hat schon viel geschafft. Die Ziele selbst entscheiden zu einem Gutteil über Erfolg und Misserfolg. Wie setzt man also sinnvolle Ziele?

Prinzip der Schriftlichkeit
Es ist von überragender Wichtigkeit, dass Sie Ihre Ziele schriftlich formulieren. Durch das Aufschreiben wird Klarheit im Kopf geschaffen. Diese Klarheit betrifft auch und besonders die einem erreichten Ziel folgenden Schritte. Falls es notwendig ist, formulieren Sie Ihre Ziele solange um, bis es passt.

Ihre Ziele sollten „SMART“ sein.

Spezifisch
Formulieren Sie so exakt, wie möglich, was genau ihr Ziel ist. „Ich sollte unsere Aufträge öfter mal nachkalkulieren.“ wird im Gegensatz zu „Ich werde jeweils bis zum 05. des Folgemonats alle Aufträge des Vormonats nachkalkulieren“ eine deutlich geringere Chance auf Umsetzung haben.

Messbar
Ein Ziel muss messbar, quantifizierbar sein. „Wir sollten unsere Gemeinkosten senken!“ ist im Gegensatz zu „Wir sollten unsere Gemeinkosten um 30.000 € pro Jahr reduzieren“ kein messbares Ziel.

Attraktiv (Akzeptiert)
Ziele müssen attraktiv sein. Das jeweilige Ziel sollte motivierend wirken. Das Erreichen des Ziels ein Grund zum Feiern sein. Ziele müssen also von allen Beteiligten als positiv akzeptiert werden. Zielvorgaben sollten so formuliert werden, dass man am liebsten sofort loslegen würde.

Realistisch
Ihre Vorsätze müssen realistisch sein. Aus dem FENDT-Zulieferer mit 30 Mitarbeitern wird innerhalb eines halbwegs überschaubaren Zeitraumes auch durch ein schriftlich formuliertes Ziel mit hoher Wahrscheinlichkeit kein weiterer, weltweit operierender Traktorenhersteller mit mehreren Tausend Mitarbeitern.

Terminierbar
Ziele brauchen eine Deadline innerhalb derer sie erreicht werden sollen. „Wir möchten in den nächsten 12 Monaten unseren Umsatz um 10% steigern“, wäre zum Beispiel ein klar terminiertes Ziel.

Ein Tipp noch zur Zielsetzung. Lassen Sie einen Experten auf Ihre Ziele sehen. Experte kann dabei jeder Mensch sein, der ein ähnliches oder gleiches Ziel schon einmal erreicht hat. Es kann auch jemand sein, der an Ihrem Ziel schon einmal oder auch schon öfters gescheitert ist – sofern er aus seinem Scheitern etwas mitgenommen hat. Oft sind es gerade diese Menschen, die ein außerordentliches Gespür für das Machbare entwickelt haben.

Einflüsse

So, jetzt haben Sie also Ihr Ziel definiert. Sie haben sich beispielsweise vorgenommen das Unternehmenskonzept für Ihren Betrieb fertig zu schreiben. Sie gehen in Ihr Büro, fahren den PC hoch, starten Word oder LibreOffice Writer – und haben den ganzen leeren Bildschirm vor sich. Eine Aufgabe, die Ihnen graut. Sie haben noch keinen Einstieg gefunden. Toll. In diesem Augenblick läutet das Telefon. Ein Kunde will ein Angebot. Erlöse können ja nichts Schlechtes sein, oder? Und so bearbeiten Sie das Angebot. Sind Sie Ihrem Ziel näher gekommen? Eher nicht.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie zuverlässig ich während unseres Studiums zu Prüfungszeiten alles – außerhalb des Lernens – erledigt habe. Meine Freunde haben exakt das Gleiche berichtet. So eine „Ersatzhandlung“ gibt einem das gute Gefühl etwas Sinnvolles getan zu haben. Nur ist das eigentliche Ziel aufgrund der verlorenen Zeit ein Stück weiter weggerückt.

Wenn wir uns die eingangs beschriebene Störung durch das klingelnde Telefon noch einmal vorstellen. Hätten Sie während Ihrer ersten Verabredung mit Ihrem Partner auch abgehoben? Wohl kaum. Die Störung, der äußere Einfluss, also das klingelnde Telefon ist nicht das Problem. Das Problem ist die Reaktion darauf. Es geht darum, die richtigen Prioritäten zu setzen. Was ist in dem Moment, indem das Telefon klingelt wichtiger, das Angebot oder das Konzept?

Neue Wege

Herangehensweisen

Auch mit klar formulierten Zielen und dem festen Willen allen äußeren Ablenkungen zu widerstehen, ist es noch immer ein schwieriges Unterfangen seine Ziele auch zu erreichen. Wie packt man es an und steht es auch durch?

Schnell
Jeder Vorsatz, den Sie nicht innerhalb von 3 Tagen anpacken, wird in der Regel eher versanden, als umgesetzt werden. Noch viel besser als innerhalb von 3 Tagen wäre genau jetzt damit zu beginnen. Sofort. Und wenn Sie sich jetzt nur die Zeit freiräumen, während der Sie Ihr Ziel dann verfolgen.

Wie im Fußballstadion
Wenn es sich um Ziele handelt, die dauerhaft verfolgt durch wiederkehrende Tätigkeiten verfolgt werden müssen, hilft dieser Ansatz vielleicht. Dokumentieren Sie den Stand der Zielerreichung für jedermann einsehbar. Wie die Videoleinwand eines Fußballstadions. Hängen Sie einen Bildschirm auf, den Sie und Ihre Mitarbeiter täglich mehrmals sehen, ein Flipchart oder auch nur ein riesiges Blatt Papier an prominenter Stelle am Arbeitsplatz. Dort dokumentieren Sie fortlaufend den Grad Ihrer Zielerreichung. Vergessen Sie alle, auch edv-mäßigen Systeme, die nicht dauernd für jedermann einsehbar sind. Sie üben keinen Druck aus. Sie werden schlicht vergessen, sobald die äußeren Einflüsse zuschlagen. Das dringende Angebot, Sie erinnern sich?

Durch Kontrolle
Viele langfristig wichtigen Prozesse im Unternehmen unterliegen nicht der Kontrolle des Kunden. Der Kunde beschäftigt Sie – Gott sei Dank – mit den dringenden Vorgängen. Die langfristig wichtigen Fragen, wie zum Beispiel wer in Zukunft unsere Kunden sind, was sie brauchen und wie wir sie erreichen, sind meist intern zu klären. Besser gesagt. Es kontrolliert niemand, ob diese überlebenswichtigen Fragen überhaupt geklärt werden. Es ist eine gute Idee sich eine solche Kontrolle gegebenenfalls künstlich zu schaffen. Informieren Sie auf Ihre Mitarbeiter, auf Ihrer Internetseite oder bei größeren Betrieben auch mal durch eine Pressemitteilung über Ihr Vorhaben. Das erhöht den Druck die eigenen Ziele zu erreichen gewaltig. Sie können sich auch einen externen Dritten, wie einen – Sie ahnen es – Berater an Bord holen. Gute Berater oder Coaches lassen sich auf keine Ausreden ein.

Durch Teilen
Wenn Ihnen Ihre Aufgabe zu groß vorkommt, teilen Sie sie in Häppchen, die zu bewältigen sind. Ich bin Fußballfan. Ja ich weiß, diese Leidenschaft muss man nicht teilen. Aber Fußball kann manchmal auch eine Parabel des Lebens sein. Als mein Lieblingsverein vor Jahren nach der Hinrunde nur 9 Punkte hatte und alle Sachverständigen fest mit dem Abstieg aus der Bundesliga gerechnet haben, hat der damalige Trainer gebetsmühlenhaft behauptet, er und seine Mannschaft denken nur von Spiel zu Spiel. In der Rückserie hat die Mannschaft 24 Punkte geholt und den direkten Klassenerhalt geschafft. Gehen Sie Schritt für Schritt, um die Aufgabe am Ende komplett zu bewältigen.

Durch einen Mentor
Wenn es darum geht, wie Sie Ihr persönliches Ziel erreichen möchten, scheint mir die Herangehensweise mit einem Mentor fast die wichtigste zu sein. Suchen Sie einen Menschen, der Erfahrung darin hat, wie derartige Ziele erreicht werden können Das muss nicht zwangsweise ein Berater sein. Das kann jederzeit und vielleicht sogar bevorzugt ein Unternehmerkollege sein. Kopieren ist die mit Abstand erfolgreichste Methode um selbst zu lernen. Lösen Sie sich dabei bitte von dem Gedanken, dass Ihr Mentor mehr vom Thema verstehen muss als Sie. Viele erfolgreiche Trainer im Fußball waren nie oder nur mäßig erfolgreiche Profis. Das ist auch in anderen Sportarten oder in Künsten wie Musik und Literatur nicht anders.

Um die Herangehensweisen abzurunden, noch zwei Tipps.

  1. Planen Sie Ihre Arbeit sinnvoll. Halten Sie sich während der Arbeit so konsequent, wie möglich an Ihren Plan.
  2. Führen Sie eine Art Tagebuch. Schreiben Sie mit, was Ihnen leicht oder schwer fällt. Aus diesen Erfahrungen werden Sie lernen.

Resultate

Sollte es mit der Umsetzung der Ziele auch nicht gleich klappen, sollte man es vermeiden persönliche Defizite global zu beschreiben. Man ist nicht generell „undiszipliniert“. Das sollte man sich besser nicht einreden. Das menschliche Gehirn glaubt so einen Schwachsinn nämlich. Die Hürden eine neue Aufgabe anzupacken, werden dadurch immer größer. Man war vielleicht nicht diszipliniert genug, das Konzept innerhalb des definierten Rahmens zu schreiben. Hört sich doch schon ganz anders an, oder?

Wenn es aber geklappt hat, Sie Ihr Ziel erreicht haben, dann halten Sie einen Moment inne und feiern das Erreichen Ihres Ziels. Dokumentieren Sie den Moment als Mutmacher für künftige Aufgaben.

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